VMware Consolidated Backup ist für viele Benutzer noch Hexenwerk. Das mag auch sicherlich daran liegen, dass VCB keine richtige Oberfläche hat, sondern nur via Kommandozeile nutzbar ist. VCB stellt auch nur ein Framework dar, die eigentliche Sicherung der virtuellen Maschinen muss eine Backupsoftware übernehmen. Ich will nun einen kurzen Überblick über VCB, die Konfiguration und die Funktion geben. VCB ist, wie schon gesagt, nur ein Framework. Es macht nichts anderes, als die VM über einen Snaphost in einen konsistenten, sicherungsfähigen Zustand zu bringen. Der Vorteil von VCB liegt in der Verlagerung der Arbeit vom ESX Server auf eine Backup-Proxy. VCB ermöglich die Imagesicherung von allem VMware Gästen, sowie die Filesicherung bei Windows Gästen. Der VCB Proxy muss zwingend auf W2K3 laufen. Die Daten können über SAN (FC oder iSCSI), LAN (NBD Modus) oder, wenn der Proxy in einer VM läuft, über den sog. "Hot-Add" Modus gesichert werden. Die Datenübertragung über LAN funktioniert aber nur dann, wenn der ESX keine Speicheranbindung per FC oder iSCSI hat, also nur bei lokalem Speicher oder NFS. Details dazu gibt der Virtual Machine Backup Guide Die Installation von VCB ist recht einfach: Einfach auf einem W2K3 Server das VCB Framework installieren. Ich gehe hier mal von einer Anbindung an ein FC oder iSCSI SAN aus. Wichtig: Keine Multipathsoftware auf dem Server installieren! Kein HP MPIO, kein DataCore MPIO, kein IBM RDAC usw. Nur EMC² Power-Path ist aktuell supported. Darüber hinaus muss bei Windows Server 2003 Standard Maschinen mittels zwei Befehlen das automatische mounten und signieren von Festplatten abgeschaltet werden. Das geht über diskpart.exe und die Befehle automount disable und automount scrub. Anschließend müssen die VMFS Datastores an den VCB Proxy präsentiert werden. Bevor VCB wirklich genutzt werden kann, muss noch die config.js, die im VCB Installationsverzeichnis liegt, angepasst werden. Interessant sind dabei die Punkte:
BACKUPROOT: Mountpoint für die Sicherungen.
HOST: Hostname des ESX oder vCenter Servers
USERNAME: Benutzername für den ESX oder vCenter Server
PASSWORD: Kennwort für den ESX oder vCenter Server
TRANSPORT_MODE: SAN, LAN oder NBD
VM_LOOKUP_METHOD: Sollte auf NAME stehen
Damit ist die meiste Arbeit schon getan. Nun geht es an das Skripting, denn nur über Skripte, also pre- und postexec Jobs kann man die eigene Backupsoftware dazu veranlassen die Daten zu sichern. Bei den VMware Tools sollte darauf geachtet werden, dass man bei Windows Gästen die VSS Integration mit installiert hat. Sollte man eigene Skripte benötigen, um vor dem VCB Snapshot noch was zu machen, dann kann man die bei ESX 3.5 U2 und höher im Windows Gast unter C:\Programme\VMware\VMware Tools\backupScripts.d ablegen. Die Skripte werden mit dem Parameter freeze oder thaw aufgerufen, je nachdem ob sie bei Beginn oder am Ende eines VCB Backups aufgerufen werden. Wenn man nun alles richtig gemacht hat, kann man auf dem VCB Proxy in einem CMD folgenden Befehl aufrufen:
vcbMounter -a name:webserver01 -r C:\mnt\webserver01 -t fullvm
Nun sollte VCB ein Imagebackup unter C:\mnt\webserver01 ablegen und ich kann die ganzen Files per Backupsoftware sichern. VCB sorgt dafür, dass beim Erstellen des Snapshots vorher das Filesystem im Gast gesqueezed wird und die Pre- und Postexec Skripte laufen. Wenn man mit der Sicherung fertig ist, kann man die vcbcleanup.bat aufrufen. Der Batch räumt dann auf, löscht die Snapshots usw. Sollte man in das Postexec Skript der Datensicherungssoftware mit aufnehmen.
Das war ein kurzer Abriss zu VCB. Ist doch gar nicht soviel Voodoo oder Hexenwerk wie alle immer sagen. :) Jedem der das Einsetzen möchte, dem sei der Virtual Machine Backup Guide ans Herz gelegt.